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HIV in der Schwangerschaft und Stillzeit – Risiken für Mutter & Kind

Nadine Scheiner
21 Jan 2022
4 min

HIV Infizierte bringen ein erhöhtes Risiko mit, während der Schwangerschaft und der Stillzeit das Virus auf das ungeborene Kind zu übertragen. 15 bis 45 Prozent der Kinder von Müttern mit HIV infizieren ihre Kinder ohne jegliche Schutzmaßnahmen. Bei dem Verzicht auf das Stillen kann dieses Übertragungsrisiko beispielsweise minimiert werden. Es ist für Euch besonders wichtig, alle relevanten Informationen rund um das Thema HIV in der Schwangerschaft zu kennen. Eine engmaschige Betreuung durch die zuständigen Ärzte während der Schwangerschaft und Geburt ist dabei ebenso wichtig.

Was ist über HIV in der Schwangerschaft wissen müsst, welche Risiken bestehen und wie die Betreuung durch die Ärzte aussieht, möchten wir Euch in diesem Artikel nahebringen.

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HIV Infizierte bringen ein erhöhtes Risiko mit, während der Schwangerschaft und der Stillzeit das Virus auf das ungeborene Kind zu übertragen. 15 bis 45 Prozent der Kinder von Müttern mit HIV infizieren ihre Kinder ohne jegliche Schutzmaßnahmen. Bei dem Verzicht auf das Stillen kann dieses Übertragungsrisiko beispielsweise minimiert werden. Es ist für Euch besonders wichtig, alle relevanten Informationen rund um das Thema HIV in der Schwangerschaft zu kennen. Eine engmaschige Betreuung durch die zuständigen Ärzte während der Schwangerschaft und Geburt ist dabei ebenso wichtig.

Was ist über HIV in der Schwangerschaft wissen müsst, welche Risiken bestehen und wie die Betreuung durch die Ärzte aussieht, möchten wir Euch in diesem Artikel nahebringen.

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Was bedeutet HIV konkret und vor allem in der Schwangerschaft?

HIV ist eine Immunschwäche, genauer genommen ein Virus, der weltweit verbreitet ist. Dieser überträgt sich über das Blut, dem Vaginalsekret oder das Sperma eines Mannes, die beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Ist ein Mensch HIV positiv bedeutet dies, dass der Virus im Körper des Menschen nachgewiesen worden ist. Das Virus befällt vor allem die Abwehrzellen des menschlichen Körpers und kann die Immunabwehr schwächen und sogar das Infektionsrisiko im Allgemeinen erhöhen. Im Ernstfall kann es passieren, dass die Immunschwäche beim Menschen tödlich verläuft.

Als angehende Mütter fragt ihr Euch sicherlich, welche Nachteile vor allem in der Schwangerschaft entstehen. Schließlich besteht die Gefahr, dass ihr als Mutter Euer ungeborenes Kind ansteckt und dieses ebenfalls mit HIV infiziert ist. Gerade beim Stillen kann es passieren, dass die HIV Viren übertragen werden. Dies kann auch durch die Muttermilch passieren.

Wichtig ist, dass Frauen mit HIV von einem Spezialisten und dem eigenen Frauenarzt betreut werden. Ab der 24. Schwangerschaftswoche nehmen Frauen in der Regel Medikamente gegen das Virus ein. Dabei ist es das Ziel, die Virusmenge im Blut der Infizierten zu senken, damit eine Ansteckung des ungeborenen Kindes nicht möglich ist. Sollte die HIV Infizierte jedoch unter Medikamenten, also während der Therapie schwanger werden, sollte der weitere Verlauf der Schwangerschaft unbedingt mit einem Arzt besprochen werden.
Wichtig dabei ist, dass ihr Eure Medikamente nicht von selbst absetzt und Eure weitere Therapie mit dem Arzt absprecht.

Ist eine normale Geburt bei HIV möglich?

Während der Schwangerschaft ist es, wie bereits erwähnt sehr wichtig, die Unterstützung des Gynäkologen zu bekommen, der eine passende Therapie auswählt. Bei der Geburt wird in der Regel die Methode gewählt, bei der keine oder nur wenige virushaltige Körperflüssigkeiten der Mutter auf das Kind oder den Säugling übertragen werden können. Die Kaiserschnittentbindung galt bis vor vielen Jahren als sicherste Methode, um das Baby vor den HIV Viren der Mutter zu schützen. Neuere Untersuchungen zeigen hingegen, dass die Schutzwirkung eines Kaiserschnittes nur minimal sind.

Schließlich hat ein Kaiserschnitt grundsätzlich ein höheres Komplikationsrisiko bei der Geburt. Unabhängig davon, ob die Mutter HIV positiv ist oder nicht. Unter folgenden Voraussetzungen kann eine normale Geburt als Option gesehen werden:

  • Die Viruslast ist sehr gering, besonders kurz vor dem Entbindungstermin
  • Eine genaue Beurteilung der Risiken ist durch einen Geburtshelfer oder einem Facharzt erfolgt
  • Es wird an einer antiretroviralen Kombinationstherapie teilgenommen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass HIV positive Frauen alle Voraussetzungen erfüllen, um eine normale Geburt erleben zu dürfen. Sollte dies nicht der Fall sein ist es möglich frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt zu entbinden. Ein regionales Anästhesieverfahren wird in dem Fall bevorzugt, damit die Mutter-Kind-Bindung schon frühzeitig gegeben ist und es nicht zu weiteren Komplikationen, wie beispielsweise einer Lungenentzündung oder schweres Fieber kommen kann.

Welche Betreuung ist nach der Geburt notwendig?

Bei einer normalen oder spontanen Geburt und auch bei einem Kaiserschnitt kann es vorkommen, dass die Öffnung der Fruchtblase bewirkt, dass die HIV Viren in dem Fruchtwasser kontaminieren. Um das Übertragungsrisiko Eures Kindes grundsätzlich zu minimieren, sollten immer routinemäßige Schutzmaßnahmen getroffen werden. Das bedeutet, dass Euer Baby sofort nach der Geburt mit speziellen Hygienestandards gesäubert werden muss. Außerdem muss auch Euer Baby eine antiretrovirale Therapie, und zwar vorbeugend machen. Dies verhindert einen mögliche Ausbreitung oder Ansteckung des HIV Virus. Aufgrund dessen das Euer Kind in den ersten Lebensmonaten mütterliche Antikörper in sich trägt, kann es passieren, dass der HIV Test fälschlicherweise positiv ausfällt. Ein konkreter Nachweis der HIV-RNA ist eine deutlich bessere Methode.

Stillen mit HIV – ist dies möglich?

Stillen nach der Geburt mit einer HIV Infektion stellt ebenfalls ein Risiko darf. Fast 50 % der Frauen auf der ganzen Welt sind mit HIV infiziert. Besonders in den Dritte-Welt-Ländern infizieren sich Tag für Tag mehr und mehr Babys. In Deutschland sind es lediglich 10 Kinder im Jahr.
Gerade beim Stillen kommt es zu einer Übertragungsrate von knapp 15 %. In anderen Fällen ist der genaue Übertragungsweg bis heute nicht geklärt. Es kann daher zu folgenden Übertragungswegen zwischen Mutter und Kind kommen:

  • Infektionen über die Plazenta
  • Blasensprung (bei einer Ruptur der Eihäute)
  • Infektion im Geburtskanal (bei vaginaler Entbindung)
  • Infektion durch Stillen (Übertragung über Muttermilch)

Das Stillen in der Schwangerschaft sollte daher vermieden werden. Das bedeutet nicht, dass es unmöglich ist als HIV Positive Kinder zu bekommen. Es ist dabei sehr wichtig, dass ihr eng mit Eurem Arzt zusammenarbeitet und das nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch nach der Geburt Eures Kindes. Nach der Geburt ist es sogar empfehlenswert, alle zwei Wochen Euren Arzt aufzusuchen, damit Euer Kind gesund bleibt. Sollte sich daher herausstellen, dass ihr HIV positiv seid, beginnt am besten mit einer Therapie, um Euch und Euer Kind zu schützen. Wichtig ist es, dass ihr das Übertragungsrisiko Euer Kind anzustecken, so gering wie möglich haltet.

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