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Ist mein Kind schon reif für eine Kinderkrippe?

Nadine Scheiner
10 Sep 2018
4 min.
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Den meisten Eltern fällt die Entscheidung nicht leicht, ihr Kind in eine Kinderkrippe, zu geben. Viele haben Angst, dass die Beziehung zum Kind noch nicht genug gefestigt ist, vor allem, wenn äußere Umstände dazu zwingen, dass ein Kind schon sehr jung in einer Kinderkrippe untergebracht werden muss. Job oder Studium können diesen Schritt notwendig machen.

Damit wirklich sichergestellt ist, dass Euer Kind schon reif für die Kinderkrippe ist, könnt Ihr einige Tests machen, die Euch Gewissheit geben. Mit dem Wissen, dass Euer Kind reif für eine Kita oder Krippeneinrichtung ist, fällt die Entscheidung leichter.

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Sharomka - Shutterstock

Was zeichnet eine gute Kinderkrippe aus?

Kinderkrippen sollten so organisiert sein, dass die Kinder nicht nur einfach beschäftigt, betreut und abgegeben, sondern auch gefördert werden.

Das Urvertrauen zu den Eltern sollte gut ausgeprägt sein, damit Euer Kind im späteren Leben emotional gesund bleibt. Die sichere Bindung zu Mutter und Vater sollte daher immer an erster Stelle stehen. Kinder, die schon im frühen Lebensalter eine sichere Bindung zu ihren Eltern aufbauen können, entwickeln sich mitfühlend und gefestigt.

Ihr müsst Euch vor der Entscheidung, ob Ihr Euer Kind in eine Kinderkrippe gebt, die möglichen Alternativen genau anschauen. Als verantwortungsvolle Eltern solltet Ihr nicht nur ein gutes Gefühl bei der Wahl haben, sondern Euch auch selber dort wohlfühlen können. Schaut Euch gemeinsam mit Eurem Kind um. Ihr könnt dann sofort erkennen, wie sich das Personal der Kinderkrippe Eurem Kind gegenüber verhält.

An der Reaktion Eures Kindes werdet Ihr ebenfalls erkennen, ob es sich dort wohlfühlen kann und Vertrauen entwickelt. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu einer frühen Trennung von Mutter und Kind, und das Kind fühlt sich in der ausgewählten Kinderkrippe nicht wohl, kann es zu emotionalen Stress kommen, der die Gehirnentwicklung gefährden kann. Das Betreuungspersonal von Kinderkrippen sollte daher immer auf die Belange der Kinder eingehen können, Wärme und Zuwendung bieten. In personell unterbesetzten Kinderkrippen ist das kaum möglich.

Welche Hilfestellungen können Kinderkrippen bieten?

Erfahrene Leiter von Kinderkrippen wissen ganz genau, wie wichtig die Reife eines Kindes ist, damit die zeitliche Trennung von Mutter und Vater keinen Stress auslöst. Es kann daher durchaus sein, dass die von Euch ausgewählte Kinderkrippe selber einen Test durchführt, ob Euer Kind reif für die Trennung ist. Häufig werden die Mütter während der ersten Eingewöhnungsphase (etwa 4 Wochen), gebeten, ihr Kind täglich mit in die Kinderkrippe zu begleiten. Euer Kind kann sich dann im Beisein von einem Elternteil eingewöhnen und Vertrauen schöpfen.

Euch bietet sich dadurch auch die Möglichkeit, in der Eingewöhnungsphase selber noch einmal ganz genau beobachten zu können, ob sich Euer Kind wohlfühlt, neue Kontakte knüpft und ausgeglichen wirkt. Schwierig ist, zu unterscheiden, ob ein Kind einfach nur ruhig ist und seine Emotionen unterdrückt und nicht zeigt, oder ob es wirklich glücklich und zufrieden ist. Kinder gehen mit ihren Emotionen genauso unterschiedlich um, wie Erwachsene. Manche Kinder schreien und zeigen ihren Unmut sofort, andere verhalten sich eher schüchtern und introvertiert.

Damit die emotionalen Zeichen der Kinder nicht übersehen werden, sollte eine Betreuungsperson nicht mehr als zwei Babys oder Kleinkinder betreuen. Ein respektvoller Umgang ist genauso wichtig, wie Geborgenheit, die auch in einer Kinderkrippe geboten werden sollte.

Welche Reifezeichen sollten erkennbar sein, bevor mein Kind eine Kinderkrippe besucht?

Jedes Kind entwickelt sich unterschiedlich schnell. Manche Kinder laufen eher als andere, dafür sprechen einige schneller und deutlicher als Kinder ihrer Altersgruppe. Genauso verhält es sich mit der Reife für eine Kinderkrippe. Ein genaues Alter, ab wann Euer Kind reif für eine Kinderkrippe ist, kann daher nicht genannt werden.

An den folgenden, allgemeingültigen Reifezeichen könnt Ihr aber selber erkennen, wann es so weit ist.

  1. Sprecht mit Eurem Kind über die Möglichkeit, dass es eine Kinderkrippe besuchen kann. Am besten stellt Ihr die Notwendigkeit nicht in den Vordergrund, damit sich Euer Kind nicht verpflichtet fühlt Ihr würdet ansonsten keine ehrliche Meinung oder Antwort hören, weil Euer Kind Euch nicht enttäuschen möchte. Die offene Willensbeurteilung ist wichtig. Es kann sein, dass Euer Kind neugierig auf andere Kinder ist und sich auf die Gemeinschaft mit Kindern unterschiedlicher Altersklassen freut. Es kann aber durchaus sein, dass die Persönlichkeit noch nicht so ausgeprägt ist, dass Ängste aufkommen. Der tägliche Besuch einer Kinderkrippe sollte keinesfalls zur Qual werden
  2. Beim täglichen Beisammensein mit anderen Kindern und dem Betreuungspersonal von Kinderkrippen kommen mehr neue Eindrücke auf Euer Kind zu, als im bekannten und gewohnten Umfeld. Die Reifeentwicklung sollte daher so fortgeschritten sein, dass sich Euer Kind auf neue Reize und Impulse freut und diese auch verarbeiten kann. Dies könnt Ihr auch daran erkennen, dass Euer Kind in der Lage ist, sich etwa 15 Minuten intensiv auf eine Beschäftigung (Spiel) konzentrieren zu können und sich gut äußern kann.
  3. Bei einem ersten Vorgespräch in einer Kinderkrippe könnt Ihr Euer Kind mitnehmen und mit den anderen Kindern spielen lassen. Nicht nur Ihr, sondern auch das erfahrene Betreuungspersonal, können dann auf die Reifezeichen in fremder Umgebung mit anderen Kindern, achten. Euer Kind sollte nicht überfordert werden, daher könnt Ihr vereinbaren, dass sich Euer Kind langsam in die Gruppe eingewöhnt. Beginnt anfangs mit wenigen Stunden, die dann im Laufe der Zeit immer weiter ausgedehnt werden können.
  4. Die Bindungsfähigkeit Eures Kindes sollte gut ausgebaut sein, damit eine tägliche, zeitliche Trennung von den Eltern einfacher verkraftet werden kann. Ihr solltet daher immer darauf achten, dass Euer Kind selbstbewusst und liebevoll erzogen wird, damit bei einer stundenweisen Trennung keine Verlustängste entstehen.
  5. Nicht nur Dein Kind muss reif sein für die Kinderkrippe, sondern auch Ihr. Ihr müsst Euer Kind mit gutem Gewissen in eine Kinderkrippe geben können, ohne besorgt zu sein, dass es noch nicht so weit ist. Schaut Euch daher bei der Auswahl gut um und achtet auf Eure eigenen Empfindungen.

Fazit - Kindergrippe

Der Besuch einer Kinderkrippe kann für Eltern und Kinder gleichermaßen wichtig sein. Familie und Arbeit (oder Studium) lassen sich einfacher organisieren und jedes Familienmitglied bekommt mehr Freiräume, wenn ein Kind eine Kinderkrippe besucht.

Das Zusammensein mit anderen Kindern kann sehr lehrreich sein, vor allem bei Einzelkindern. Ihr solltet daher die Anmeldung in einer Kinderkrippe selber positiv sehen und nicht als notwendiges Übel. Nur mit dieser Einstellung, die sich emotional auf Euer Kind überträgt, kann die notwendige Reife für diesen neuen Lebensabschnitt erkennbar werden. Mit ein wenig Fingerspitzengefühl, Sensibilität und gegenseitigem Respekt könnt Ihr alle nur gewinnen, wenn Ihr auf der Suche nach einer passenden Kita seid. Im Zweifelsfall wendet Ihr Euch zusätzlich an Euren Kinderarzt, der sich ebenfalls ein Bild davon machen kann, ob Euer Kind reif für die Kinderkrippe ist.

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