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Ab welchem Alter ein Girokonto? Der Elternratgeber 2025

Nadine Scheiner
18 Dec 2025
5 Min.
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Viele Eltern fragen sich: Ab welchem Alter macht ein Girokonto für Kinder Sinn? Rechtlich können Kinder ab 7 Jahren ein Konto eröffnen – allerdings nur mit Zustimmung beider Elternteile. Ohne diese elterliche Einwilligung ist ein eigenes Girokonto erst ab 18 Jahren möglich.

Der Bundesverband der Banken empfiehlt ein Einstiegsalter von 12 Jahren. In diesem Alter können Kinder besser Verantwortung für ihre Finanzen übernehmen. Einige Finanzexperten raten bereits ab 10 Jahren zu einem ersten Konto. Für jüngere Kinder gibt es spezielle Sparkonten, die sogar ab der Geburt verfügbar sind.

In unserem Ratgeber findet ihr alle wichtigen Informationen rund um Kinderkonten. Wir erklären euch die verschiedenen Kontoarten, zeigen deren Vorteile auf und geben Tipps zur Auswahl der richtigen Bank. Außerdem erfahrt ihr, wie die Kontoeröffnung funktioniert und wie ihr eure Kinder beim verantwortungsvollen Umgang mit Geld unterstützt.

Warum Kinderkonten heute wichtiger sind als früher

Unsere Kinder wachsen in einer bargeldlosen Welt auf. Diese Entwicklung macht ein eigenes Girokonto nicht nur sinnvoll – es wkinderird zur Grundlage für finanzielle Bildung.

Vom Sparschwein zur Karte: So zahlen Kinder heute

Das klassische Sparschwein verliert an Bedeutung. Münzen und Scheine wandern seltener ins Sparschwein – stattdessen fließt Taschengeld direkt aufs Konto. 31 Prozent der Kinder erhalten ihr Taschengeld bereits digital. Bei 18-Jährigen sind es sogar 61 Prozent.

Mit einem Girokonto können eure Kinder mehr als nur sparen:

  • Mit der Karte an der Kasse bezahlen
  • Geld überweisen für gemeinsame Aktivitäten
  • Erste Schritte in die digitale Finanzwelt machen

Ein wichtiger Sicherheitsaspekt: Kinder-Girokonten von der DKB haben keinen Dispositionskredit. „Kinder dürfen keine Schulden machen. Deshalb gibt es bei diesen Girokonten keinen Dispo”. So lernen sie von Anfang an: Nur ausgeben, was vorhanden ist!

Digitale Zahlungen im Kinderalltag

29 Prozent der 10- bis 18-Jährigen möchten in Geschäften mit Karte bezahlen. Bei älteren Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren finden 71 Prozent digitale Zahlungen wichtig. Selbst jüngere Kinder zwischen 10 und 15 Jahren wünschen sich diese Möglichkeit – 44 Prozent möchten sie nutzen.

Besonders praktisch zeigt sich das auf Klassenfahrten oder bei Ferienjobs, wo der Lohn überwiesen wird. Spätestens bei einer Ausbildung wird ein Girokonto unumgänglich.

73 Prozent der Eltern halten finanzielle Bildung für wichtig. Das Geld fließt heute über Apps und Online-Dienste – nicht mehr nur durchs Portemonnaie.

Vorteile eines Kinderkontos

Ein Kinderkonto bietet euch wichtige Vorteile:

  • Früher Umgang mit digitalen Finanzinstrumenten
  • Entwicklung von Spar- und Budgetfähigkeiten
  • Vorbereitung auf die digitale Realität

Das Konto wächst mit: Vom einfachen Taschengeldkonto zum vollwertigen Girokonto für Auszubildende. So entsteht ein schrittweiser Einstieg in die finanzielle Selbstständigkeit.

Finanzexpertin Taiga Brahm von der Universität Tübingen bestätigt: „Den Umgang mit Geld über eine Karte zu erlernen, kann eine gute Chance sein, etwa damit Kinder und Jugendliche lernen, ihr Geld besser einzuteilen”.

Ab welchem Alter könnt ihr ein Girokonto eröffnen?

Die rechtlichen Bestimmungen für Kinderkonten werfen oft Fragen auf. Hier findet ihr alle wichtigen Informationen, ab welchem Alter ein Girokonto möglich und sinnvoll ist.

Gesetzliche Grundlagen: Geschäftsfähigkeit ab 7 Jahren

Das deutsche Recht unterscheidet bei Minderjährigen verschiedene Stufen der Geschäftsfähigkeit:

  • Kinder unter 7 Jahren: Nicht geschäftsfähig, können keine Verträge abschließen
  • Kinder zwischen 7 und 17 Jahren: Beschränkt geschäftsfähig, Verträge nur mit elterlicher Zustimmung
  • Ab 18 Jahren: Volle Geschäftsfähigkeit

Für die Kontoeröffnung bedeutet das: Kinder ab 7 Jahren können ein Konto eröffnen, benötigen jedoch die Einwilligung beider Elternteile. Das gilt auch bei getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht. Bei alleinigem Sorgerecht ist ein Sorgerechtsbeschluss nötig.

Viele Banken und Sparkassen bieten Konten bereits ab 7 Jahren an. Manche ermöglichen sogar Konten ab der Geburt – meist handelt es sich dabei um Sparkonten.

Besonderheit für berufstätige Jugendliche: Steht ein Minderjähriger bereits in einem Arbeitsverhältnis und haben die Eltern zugestimmt, kann er eigenständig ein Girokonto eröffnen.

Expertenempfehlungen: Wann ist euer Kind bereit?

Der Bundesverband der Banken empfiehlt ein Einstiegsalter von 12 Jahren für das erste Girokonto. In diesem Alter verstehen Kinder finanzielle Zusammenhänge besser.

Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen rät: “Eltern sollten schauen, ob der Nachwuchs schon rechnen und mit Geld umgehen kann.” Ab 10 oder 12 Jahren könnt ihr über ein Konto nachdenken.

Funktionen nach Alter:

  • 7-11 Jahre: Grundfunktionen wie Ein- und Auszahlungen, meist ohne EC-Karte
  • Ab 12 Jahren: EC-Karte wird sinnvoll
  • Ab 14 Jahren: Mehr Eigenverantwortung, erste digitale Zahlungen

Bei Kinderkonten könnt ihr Limits für Abhebungen und Ausgaben festlegen. So führt ihr eure Kinder schrittweise an den verantwortungsvollen Umgang mit Geld heran.

Sparkonto oder Girokonto – die Unterschiede

Sparkonto: Dient dem langfristigen Sparen und ist oft ab der Geburt verfügbar. Bargeldauszahlungen sind jedoch eingeschränkt oder kostenpflichtig.

Girokonto für Kinder: Bietet mehr Funktionen:

  • Regelmäßiges Taschengeld per Dauerauftrag
  • Bargeldabhebungen an Automaten
  • Kartenzahlungen im Geschäft
  • Überweisungen (je nach Alter)

Wichtiger Sicherheitsaspekt: Kinderkonten funktionieren nur auf Guthabenbasis. Es gibt keinen Dispo – Schulden sind nicht möglich. Euer Kind kann nur das ausgeben, was als Guthaben vorhanden ist.

Ihr behaltet bis zur Volljährigkeit die Kontrolle über das Konto. Ihr legt fest, was euer Kind mit dem Konto machen darf. Erst ab 18 Jahren entscheidet es vollständig allein.

Welche Kontoarten gibt es für Kinder?

Sparkonto: Langfristiges Sparen ab der Geburt

Sparkonten eignen sich ideal für langfristige Geldanlagen und sind oft bereits ab der Geburt verfügbar. Hier können Großeltern oder Paten regelmäßig Geld für euer Kind einzahlen. Viele Banken bieten attraktivere Zinssätze für Kinderkonten – allerdings meist nur bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Die Hamburger Sparkasse zahlt beispielsweise auf ihr “Mäusekonto” bis 500 Euro fünf Prozent Zinsen, darüber hinaus 0,75 Prozent (Stand: September 2024).

Sparkonten für Kinder bieten:

  • Hohe Sicherheit durch Einlagensicherung
  • Einfaches Verständnis des Sparprinzips
  • Möglichkeit für regelmäßige Einzahlungen

Die Verzinsung klassischer Sparbücher liegt allerdings nur bei 0,001 bis 0,5 Prozent. Als Alternative bieten manche Banken Tagesgeldkonten für Kinder mit Zinssätzen von bis zu 3,05 Prozent pro Jahr.

Girokonto: Alltägliche Zahlungen ab 7 Jahren

Ein Kinderkonto ist ein spezielles Girokonto für Minderjährige. Ihr könnt es je nach Bank bereits ab der Geburt, meist jedoch ab 7 Jahren eröffnen. Damit sammeln eure Kinder erste Erfahrungen mit bargeldlosem Zahlungsverkehr.

Girokonten bieten deutlich mehr Funktionen:

  • Bargeldein- und -auszahlungen an Automaten
  • Überweisungen (oft mit Limits)
  • Kartenzahlungen im Geschäft
  • Online-Banking (meist ab 12 Jahren)

Wichtiger Sicherheitsaspekt: Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. “Kinder dürfen keine Schulden machen. Deshalb gibt es bei diesen Girokonten keinen Dispo,” bestätigen Finanzexperten. Die meisten Banken bieten Kinderkonten kostenfrei an – ohne Grundgebühr für Konto und Bankkarte.

Prepaid-Kreditkarte: Sicheres Bezahlen für Reisen

Für Kinder und Jugendliche gibt es keine herkömmlichen Kreditkarten mit Kreditrahmen. Stattdessen werden Prepaid-Kreditkarten angeboten, die nur mit vorher aufgeladenem Guthaben funktionieren.

Diese Karten ermöglichen:

  • Sicheres Online-Shopping ohne Verschuldungsrisiko
  • Weltweite Zahlungen auf Reisen
  • Klare Übersicht über Ausgaben

Einige Banken bieten ab dem 12. Geburtstag eine Mastercard Debitkarte zum Jugendkonto. Bei anderen Anbietern gibt es Prepaid-Kreditkarten erst ab 14 Jahren.

Besondere Sicherheitsfunktionen:

  • Jugendschutzcodierung für bestimmte Produkte
  • Tägliche Ausgabenlimits (bei der ING beispielsweise 200 Euro täglich, maximal 1.000 Euro)
  • Benachrichtigungen an die Eltern bei Transaktionen

Spezialisierte Anbieter wie Bling bieten Taschengeldkarten mit App-Anbindung. Diese ermöglichen es euch, Regeln und Limits festzulegen, während Kinder ab 7 Jahren selbstständig bargeldlos bezahlen können.

Alle drei Kontoarten erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse und lassen sich je nach Alter sinnvoll kombinieren. Während Sparkonten bereits ab der Geburt langfristige Ersparnisse ermöglichen, bieten Girokonten ab 7 Jahren erste Schritte in die finanzielle Selbstständigkeit.

Worauf ihr bei der Auswahl des Kinderkontos achten solltet

Bei der Wahl des passenden Kinderkontos gibt es einige wichtige Punkte zu beachten. Wir haben die entscheidenden Kriterien für euch zusammengestellt, damit ihr das beste Angebot für euer Kind findet.

Kosten und Gebühren

Die meisten Banken bieten Kinderkonten kostenfrei an – ohne Grundgebühr für das Konto und die Bankkarte. Ein kostenfreies Girokonto sollte daher Standard sein. Achtet aber auf versteckte Kosten:

  • Gebühren für Bargeldabhebungen
  • Kosten für Überweisungen oder Daueraufträge
  • Gebühren ab der Volljährigkeit

Die Altersgrenzen für kostenlose Kontoführung variieren: Manche Banken bieten diese bis 18 Jahre, andere wie die norisbank sogar bis 21 Jahre.

Zusätzlich prüft, ob das Kinderkonto verzinst wird. Die Sparkasse verzinst beispielsweise Kinderkonten ab dem ersten Euro bis zu einem bestimmten Maximalbetrag. Die DKB ermöglicht direkt bei der Kontoeröffnung ein kostenloses Tagesgeld mit attraktiven Zinsen.

Verfügbarkeit von Geldautomaten

Kostenloser Zugang zu Bargeld ist entscheidend. Die Angebote unterscheiden sich deutlich:

Sparkasse: 20.000 Geldautomaten deutschlandweit Volksbanken: 17.000 Automaten im BankCard ServiceNetz

Cash Group: 5.000 Geldautomaten (Deutsche Bank, Postbank, HypoVereinsbank, Commerzbank)

Viele Banken bieten zusätzlich kostenloses Abheben beim Einkauf an. Die norisbank ermöglicht dies an über 22.000 Standorten bei Rewe, Aldi und Lidl. Auch die Commerzbank bietet ähnliche Services.

Online-Banking und App-Funktionen

Moderne Banking-Apps werden für Kinder immer wichtiger. Die Zugangsmöglichkeiten variieren je nach Alter:

0-9 Jahre: Online-Banking meist nur durch Eltern (z.B. Sparda-Bank Berlin) Ab 12 Jahren: Oft eigener Zugang möglich DKB: Eltern können alle Aktivitäten im eigenen Banking einsehen und kontrollieren

Wichtige App-Funktionen für Kinderkonten:

  • Push-Mitteilungen bei Kontobewegungen
  • Sofortige Kartensperrung bei Verlust
  • Ausgabenübersicht
  • Biometrischer Login

Filialen vor Ort

Für die Kontoeröffnung ist oft ein Filialbesuch nötig, da persönliche Identifikation erforderlich ist. Direktbanken bieten zwar Online-Eröffnung, aber Bargeldeinzahlungen können schwieriger werden – wichtig für Taschengeld und Geldgeschenke.

Unser Tipp: Wählt am besten dieselbe Bank wie ihr selbst. Dadurch entfällt oft die erneute Authentifizierung und ihr könnt euer Kind besser beim Online-Banking unterstützen.

Vergleicht mindestens drei Angebote verschiedener Banken, bevor ihr euch entscheidet. Achtet dabei besonders auf kostenlose Kontoführung, guten Bargeld-Zugang und altersgerechte Kontrollfunktionen.

Wie sicher ist ein Kinderkonto?

Sicherheit steht bei Kinderkonten an oberster Stelle. Diese speziellen Konten verfügen über Schutzmechanismen, die perfekt auf junge Nutzer abgestimmt sind. So können eure Kinder schrittweise und geschützt erste Erfahrungen mit dem Bankgeschäft sammeln.

Kein Dispo – keine Schulden

Der wichtigste Sicherheitsaspekt: Kinderkonten funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis. Euren Kindern steht nur das Geld zur Verfügung, das tatsächlich auf dem Konto vorhanden ist. Überziehungen sind technisch unmöglich.

Diese Regelung hat einen wertvollen Lerneffekt: Kinder lernen von Anfang an, nur das auszugeben, was sie besitzen. “Das Konto läuft grundsätzlich auf Guthabenbasis, daher sind Kredite und auch Kontoüberziehungen nicht zulässig”, bestätigt der Bankenverband.

Alle grundlegenden Kontofunktionen bleiben verfügbar. Überweisungen und Bargeldauszahlungen funktionieren normal – allerdings nur bei ausreichendem Guthaben. Dieser Mechanismus schützt vor unüberlegten Ausgaben!

Limits für Abhebungen und Ausgaben

Als Eltern könnt ihr individuelle Limits festlegen und bestimmen, wie viel Geld euer Kind maximal abheben oder ausgeben darf. Diese Beschränkungen lassen sich je nach Alter anpassen.

Moderne Banken bieten folgende Limitierungen:

  • Tägliche oder wöchentliche Höchstbeträge für Bargeldabhebungen
  • Begrenzungen für Kartenzahlungen im Geschäft
  • Sperrung bestimmter Zahlungsarten wie Online-Shopping
  • Blockierung von Auslandszahlungen

Bei Prepaid-Kreditkarten gibt es zusätzlich eine Jugendschutzcodierung, die das Bezahlen bestimmter Produkte ausschließt.

Elternkontrolle per App

Digitale Kontrollmöglichkeiten geben euch den perfekten Überblick. Nahezu alle Banken bieten heute umfassende Einblicke durch Online-Banking oder spezielle Apps.

Als Eltern habt ihr verschiedene Möglichkeiten:

  • Alle Kontobewegungen in Echtzeit einsehen
  • Benachrichtigungen bei jeder Transaktion erhalten
  • Karte sofort über die App sperren bei Verlust
  • Volle Kontrolle über alle Vorgänge behalten

Spezielle Kinder-Apps sind einfach gestaltet und enthalten nur die wichtigsten Funktionen. Diese helfen euren Kindern, ihre Finanzen zu verstehen.

Technisch sind Kinderkonten gut abgesichert. Moderne Sicherheitsverfahren wie Zwei-Faktor-Authentifizierung und Datenverschlüsselung kommen zum Einsatz. Zusätzliche Kinderschutz-Apps wie Google Family Link bieten weitere Kontrollmöglichkeiten.

Trotz aller technischen Schutzmechanismen bleibt das persönliche Gespräch über verantwortungsvollen Umgang mit Geld wichtig.

So läuft die Kontoeröffnung ab

Die Kontoeröffnung für euer Kind ist meist unkompliziert. Hier erfahrt ihr, welche Unterlagen ihr benötigt und wie der Prozess abläuft.

Diese Unterlagen braucht ihr

Für die Kontoeröffnung benötigt ihr folgende Dokumente:

Für das Kind:

  • Geburtsurkunde (bei Kindern unter 16 Jahren)
  • Personalausweis oder Kinderreisepass (ab 16 Jahren)
  • Steuer-Identifikationsnummer

Für die Eltern:

  • Personalausweis oder Reisepass beider Elternteile
  • Bei alleinigem Sorgerecht: Sorgerechtsbeschluss
  • Meldebescheinigung (bei manchen Banken)

Zustimmung beider Elternteile erforderlich

Kinder unter 18 Jahren können ein Girokonto nur mit Zustimmung beider Elternteile eröffnen. Das gilt auch bei getrennt lebenden Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht.

Zwei Wege der Identifikation:

  • Filialbanken: Persönlicher Termin vor Ort
  • Direktbanken: PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren

Manche Banken wie die ING verlangen immer einen amtlichen Lichtbildausweis des Kindes.

Freistellungsauftrag direkt mitbeantragen

Nach der Kontoeröffnung solltet ihr einen Freistellungsauftrag erteilen. Für Kinder gilt 2025 ein Sparerfreibetrag von 1.000 € jährlich.

Als Eltern könnt ihr diesen Auftrag im Namen eures Kindes stellen. Viele Banken bieten die Online-Beantragung an. Bei der DKB findet ihr diese unter “Verwaltung > Steuerübersicht > Angaben zum Freistellungsauftrag”.

Bei höheren erwarteten Kapitalerträgen lohnt sich eine Nichtveranlagungsbescheinigung vom Finanzamt.

Wie Kinder den Umgang mit dem Konto lernen

Mit einem eigenen Konto lernen Kinder früh den verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Wir zeigen euch, wie ihr eure Kinder Schritt für Schritt an ihr Konto heranführt.

Taschengeld per Dauerauftrag

Das regelmäßige Taschengeld bildet die Grundlage für den Umgang mit dem Kinderkonto. Statt Bargeld zu geben, überweist das Taschengeld per Dauerauftrag. Das hat mehrere Vorteile: Ihr vergesst es nicht, zahlt nicht versehentlich doppelt, und euer Kind weiß genau, wann das Geld auf dem Konto ist.

Die Taschengeld-Höhe sollte altersgerecht sein:

  • Bis 9 Jahre: bis zu 3 Euro wöchentlich
  • Bis 13 Jahre: 16-26 Euro monatlich
  • Bis 17 Jahre: 26-63 Euro monatlich
  • Ab 18 Jahre: 63-79 Euro monatlich

Wichtig: Taschengeld sollte unabhängig vom Verhalten oder den Schulnoten gezahlt werden. Es dient dem Lernen, nicht als Erziehungsmittel. Bis zum 10. Lebensjahr empfiehlt sich wöchentliche Zahlung, danach monatlich.

Unterschied zwischen Sparen und Ausgeben erklären

Ein Kinderkonto bietet ideale Möglichkeiten, den Unterschied zwischen sofortigem Ausgeben und langfristigem Sparen zu zeigen. Bereits ab 4-5 Jahren haben Kinder ein erstes Zahlenverständnis.

Geht regelmäßig gemeinsam die Kontoauszüge durch und besprecht, wofür Geld ausgegeben wurde. Legt sinnvolle Spartöpfe für größere Wünsche an. Bewährte Methode: “Jeden Monat bei Taschengeldzahlung einen Sparbetrag aufs Sparkonto zu legen ist sinnvoller, als zu warten, was am Ende übrig ist”.

Ältere Kinder können “Budgetgeld” für bestimmte Ausgaben wie Kleidung oder Schulmaterial verwalten. So lernen sie, Prioritäten zu setzen und längerfristig zu planen.

Verlust der Karte – was tun?

Eure Kinder müssen wissen, wie sie im Notfall reagieren. Bei Kartenverlust sofort die Sperrnummer 116 116 anrufen. Dieser zentrale Sperr-Notruf ist kostenlos und sperrt die Karte sofort.

Für die Sperrung werden benötigt:

  • Name des Karteninhabers
  • IBAN oder Kontonummer und Bankleitzahl
  • Geburtsdatum

Bei Diebstahl zusätzlich Anzeige bei der Polizei erstatten. Die Polizei nimmt dann die KUNO-Sperrung vor, wodurch auch Zahlungen mit Unterschrift blockiert werden.

Viele Banken bieten außerdem die Kartensperrung über Online-Banking oder Banking-App an. Diese praktische Option solltet ihr euren Kindern ebenfalls erklären.

Was passiert mit dem Konto bei Volljährigkeit?

Mit dem 18. Geburtstag beginnt für euer Kind eine neue Phase! Das Kinderkonto wandelt sich automatisch in ein Erwachsenenkonto um – mit allen Rechten und Pflichten.

Automatische Umstellung auf Erwachsenenkonto

Die Umwandlung des Kinderkontos erfolgt meist automatisch mit der Volljährigkeit. Euer Kind erhält nun die alleinige Verfügungsgewalt über sein Konto. Das bedeutet: Ihr als Eltern habt keinen direkten Zugriff mehr. Möchtet ihr weiterhin Einsicht behalten, muss euer volljähriges Kind eine Bankvollmacht ausstellen.

Manche Banken handhaben den Übergang unterschiedlich. Die comdirect führt das JuniorGiro als kostenloses Girokonto weiter – alle Karten bleiben gültig. Hierfür muss ein “Antrag zur Volljährigkeit” unterschrieben werden.

Gebühren und neue Funktionen prüfen

Wichtig: Mit 18 Jahren können sich die Kontokonditionen ändern! Kostenlose Kontoführung gibt es meist nur noch mit Ausbildungsnachweis:

  • Ausbildungsverträge
  • Immatrikulationsbescheinigungen
  • Nachweise über Freiwilligendienste

Diese Nachweise müsst ihr rechtzeitig einreichen. Dafür stehen eurem Kind neue Funktionen zur Verfügung: Dispokredit und echte Kreditkarten.

Mit 18 Jahren kann euer Kind eine reguläre Kreditkarte mit Kreditrahmen erhalten. Besonders praktisch für Reisen, Hotelbuchungen und Online-Shopping. Alternativ funktioniert auch weiterhin eine Prepaid-Kreditkarte.

Bankwechsel als Chance nutzen

Die Volljährigkeit ist der perfekte Zeitpunkt für einen Konditionenvergleich! Falls Gebühren zu hoch werden oder euer Kind sich ein nachhaltigeres Konto wünscht, lohnt sich ein Bankwechsel.

Viele Banken bieten Kontowechselhilfen an. So wird der Wechsel zum wichtigen Lernmoment für finanzielle Selbstständigkeit.

Fazit: Ein Kinderkonto als Schritt zur finanziellen Selbstständigkeit

Die Entscheidung, ab welchem Alter ein Girokonto für euer Kind sinnvoll ist, hängt vom individuellen Entwicklungsstand ab. Rechtlich ist es ab 7 Jahren möglich, Experten empfehlen jedoch oft ein Alter von 12 Jahren als idealen Zeitpunkt.

Ein Kinderkonto bietet zahlreiche Vorteile! Kinder lernen früh den Umgang mit bargeldlosen Zahlungen und gewöhnen sich an regelmäßiges Sparen. Besonders hilfreich sind die Sicherheitsfunktionen wie fehlender Dispo und individuell festlegbare Limits.

Bei der Auswahl des passenden Kontos solltet ihr auf diese Punkte achten:

  • Kostenlose Kontoführung
  • Gute Erreichbarkeit von Geldautomaten
  • Altersgerechte Kontrollfunktionen für Eltern

Das Kinderkonto wächst mit eurem Kind mit. Ab 18 Jahren erfolgt die Umstellung auf ein reguläres Erwachsenenkonto mit allen Rechten und Pflichten.

Die frühzeitige Heranführung an den Umgang mit Geld schafft wichtige Grundlagen für ein finanziell verantwortungsvolles Leben! Gebt eurem Kind durch ein eigenes Konto die Möglichkeit, unter eurer Aufsicht erste Erfahrungen zu sammeln. Finanzielle Bildung beginnt nicht erst im Erwachsenenalter, sondern idealerweise schon in der Kindheit.

FAQs

Q1. Ab welchem Alter kann ein Kind ein eigenes Girokonto eröffnen? Grundsätzlich können Kinder ab 7 Jahren ein Girokonto eröffnen, allerdings nur mit Zustimmung der Eltern. Viele Experten empfehlen jedoch, damit bis zum Alter von 12 Jahren zu warten, da Kinder dann besser in der Lage sind, finanzielle Zusammenhänge zu verstehen.

Q2. Welche Vorteile bietet ein Kinderkonto? Ein Kinderkonto hilft Kindern, den Umgang mit bargeldlosen Zahlungen zu erlernen, fördert regelmäßiges Sparen und entwickelt ein Verständnis für den Wert des Geldes. Zudem bieten Kinderkonten spezielle Sicherheitsfunktionen wie fehlenden Dispositionskredit und individuell festlegbare Ausgabenlimits.

Q3. Wie sicher sind Kinderkonten? Kinderkonten sind sehr sicher gestaltet. Sie funktionieren ausschließlich auf Guthabenbasis, sodass keine Schulden entstehen können. Zusätzlich können Eltern Limits für Abhebungen und Ausgaben festlegen und die Kontoaktivitäten über spezielle Apps überwachen.

Q4. Was passiert mit dem Kinderkonto bei Volljährigkeit? Bei Erreichen der Volljährigkeit wird das Kinderkonto in der Regel automatisch in ein reguläres Erwachsenenkonto umgewandelt. Der nun volljährige Kontoinhaber erhält die alleinige Verfügungsgewalt, und es können sich die Kontokonditionen ändern. Es ist ratsam, zu diesem Zeitpunkt die Gebühren und Leistungen zu überprüfen.

Q5. Wie können Eltern ihren Kindern den verantwortungsvollen Umgang mit dem Konto beibringen? Eltern können den Umgang mit dem Konto fördern, indem sie das Taschengeld per Dauerauftrag überweisen, regelmäßig gemeinsam die Kontoauszüge besprechen und Sparziele festlegen. Auch die Erklärung wichtiger Schritte, wie das Verhalten bei Kartenverlust, trägt zur finanziellen Bildung bei.

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