Manche Krankheiten verursachen geschwollene Augenlider und brauchen ärztliche Behandlung. Diese Erkrankungen sind schwerwiegender als alltägliche Ursachen und können euer Sehvermögen gefährden.
Orbitale Cellulitis
Die orbitale Cellulitis ist eine seltene, aber gefährliche bakterielle Infektion im Augenbereich. Dabei entzünden sich die Augenmuskeln und das Fettgewebe hinter der Augenhöhle. Geschwollene Oberlider sind nur ein Symptom von vielen.
Die Infektion macht schmerzhafte Schwellungen an beiden Lidern, manchmal auch an Augenbraue und Wange. Das betroffene Auge wölbt sich vor, rötet sich stark und schmerzt tief innen. Zusätzlich bekommt ihr Fieber.
Typisch sind Doppelbilder, eingeschränkte Augenbewegungen und Schmerzen beim Blicken. Unbehandelt droht Sehverlust. Meist ist nur ein Auge betroffen. Oft gehen Nasennebenhöhlenentzündungen voraus.
Wegen der Nähe zum Gehirn drohen schwere Schäden, Blutvergiftung oder komplette Erblindung. Orbitale Cellulitis ist ein Notfall. Die Behandlung braucht starke Antibiotika über die Vene, um Sehnerv-Schäden und Blindheit zu verhindern. Manchmal ist eine Operation nötig.
Morbus Basedow
Bei Morbus Basedow, einer Schilddrüsen-Autoimmunkrankheit, bekommen etwa 60 Prozent der Betroffenen Augenprobleme. Die endokrine Orbitopathie entsteht meist zusammen mit der Schilddrüsenüberfunktion.
Das Immunsystem greift das Gewebe in den Augenhöhlen an. Fett, Muskeln und Bindegewebe schwellen an. Dadurch treten die Augen nach vorne.
Frauen erkranken dreimal häufiger als Männer. Die schwere Form betrifft 5 bis 25 Prozent aller Morbus Basedow Patienten.
Ihr bekommt geschwollene, hochgezogene Lider, tränende und trockene Augen. Die Augen röten und entzünden sich. Viele spüren ein Sandkorngefühl im Auge. Schmerzen hinter den Augen und bei Bewegungen sind häufig. Die hervortretenden Augen und Doppelbilder sind charakteristisch. Die meisten entwickeln aber nur milde Symptome.
Augenherpes
Augenherpes entsteht durch Herpes-simplex-Viren. Die Viren befallen meist einseitig Lid, Iris, Bindehaut, Hornhaut oder Netzhaut. Bei Lidentzündung sind oft Kinder betroffen, da es sich um Erstinfektionen handelt.
Ein Ausbruch beginnt mit Brennen oder Jucken am Auge. Frühe Anzeichen sind geschwollene, gerötete Lidränder mit schmerzhaftem Spannungsgefühl. Typisch sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen auf Lid oder Augapfel. Die Bläschen verschwinden nach etwa 10 Tagen von selbst.
Die Symptome ähneln einer Bindehautentzündung, aber schmerzhafte Wunden am Lid, verschwommenes Sehen und starke Schwellungen können das Sehvermögen beeinträchtigen.
Augenherpes zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für infektiöse Hornhaut-Erblindung. Unbehandelt drohen Sehstörungen, Blindheit, Hornhautentzündung und Netzhautablösung. Die Therapie dauert mehrere Wochen.