Die U10 Untersuchung findet zwischen dem siebten und achten Lebensjahr statt und schließt die wichtige Lücke zwischen U9 und U11. Mit dieser zusätzlichen Vorsorge könnt ihr Entwicklungsstörungen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche oder ADHS frühzeitig erkennen, die sich häufig erst nach dem Schuleintritt zeigen[-3]. Hier erfahrt ihr alles Wichtige zur U10: wann sie stattfindet, was untersucht wird, welche Krankenkassen die Kosten übernehmen und warum diese Untersuchung für euer Schulkind so wertvoll ist!
U10 Untersuchung: Was Eltern über die wichtige Vorsorge wissen müssen
Was ist die U10 Untersuchung
Definition und Einordnung
Die U10 ist eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung, die nicht zum gesetzlich vorgeschriebenen Programm gehört. Sie wurde nachträglich eingeführt, um die große Zeitspanne zwischen der U9 und der J1 abzudecken. Das Untersuchungsspektrum ist nicht durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt.
Diese Vorsorge ist freiwillig und nicht verpflichtend. Deshalb übernehmen auch nicht alle Krankenkassen die Kosten als freiwillige Leistung. Einige gesetzliche Krankenversicherungen bieten die U10 als zusätzliches Leistungsangebot an, während andere sie nicht im Leistungskatalog führen.
Der Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen und der Therapieeinleitung von Entwicklungsstörungen, die sich häufig erst nach dem Schuleintritt zeigen. Der Kinderarzt prüft beispielsweise, ob Lese-Rechtschreib-Störungen (Legasthenie) oder Rechenschwäche (Dyskalkulie) vorliegen. Ohne diese Untersuchung werden solche Schwierigkeiten oft gar nicht oder zu spät festgestellt.
Gleichzeitig achtet der Arzt auf Störungen der motorischen Entwicklung und mögliche Verhaltensstörungen wie ADHS. Als Folge unerkannter Lernschwächen treten bei Kindern Ängste auf, sie könnten in der Schule nicht mithalten. Die frühzeitige Erkennung hilft, diese Probleme rechtzeitig anzugehen.
Nach einer körperlichen Untersuchung unterhält sich der Kinderarzt mit eurem Kind über dessen soziales und emotionales Umfeld. Der Arzt gibt wichtige Tipps zu Alltags- und Gesundheitsthemen, die für Schulkinder relevant sind.
Unterschied zu anderen U-Untersuchungen
Die U10 schließt zusammen mit der U11 die große Lücke zwischen der U9 mit fünf Jahren und der J1 von 12 bis 14 Jahren. Während die regulären U-Untersuchungen von U1 bis U9 gesetzlich vorgeschrieben sind, gehört die U10 zu den zusätzlichen Angeboten, die erst später ins Vorsorgeprogramm aufgenommen wurden.
Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Dokumentation: Die Ergebnisse der U10 werden nicht in das gelbe Vorsorgeheft eingetragen, sondern in ein grünes Checkheft für optionale Untersuchungen. Dieses grüne Heft ist speziell für die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen U10, U11 und J2 vorgesehen.
Die U10 konzentriert sich verstärkt auf schulische Leistungsschwächen und Entwicklungsstörungen. Die reguläre U9 findet vor dem Schuleintritt statt, während die U10 mitten in der Grundschulzeit ansetzt. Zu diesem Zeitpunkt sind schulische Probleme bereits sichtbar geworden.
Die nächste reguläre Vorsorge wäre erst die J1 für 12- bis 14-Jährige. Ohne U10 und U11 würde zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr eine erhebliche Lücke im Vorsorgeprogramm klaffen. Diese zusätzlichen Checks sind wertvoll, da sich Kinder in diesen Jahren schulisch und sozial enorm entwickeln.
Andere U-Untersuchungen decken breitere Entwicklungsaspekte ab, während sich die U10 gezielt auf Lern- und Konzentrationsschwächen sowie motorische Probleme konzentriert, die sich in den ersten Schuljahren zeigen. Der Kinderarzt nutzt dabei einen speziellen Fragekatalog, um mögliche Schwierigkeiten mit Legasthenie, Dyskalkulie und ADHS zu erkennen.
Die U10 dient als gesundheitlicher Check-up für einen gesunden Start ins Schulleben. Sie ermöglicht es, Lernschwächen oder Entwicklungsstörungen bei Schulkindern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Diese präventive Herangehensweise unterscheidet sie von den früheren U-Untersuchungen, die noch keinen schulischen Kontext hatten.
U10 Untersuchung: Wann findet sie statt
Das richtige Alter für die U10
Zwischen dem siebten und achten Lebensjahr steht die U10 Untersuchung an. Zu diesem Zeitpunkt besuchen eure Kinder bereits die Grundschule und haben erste Erfahrungen mit schulischen Anforderungen gesammelt. Genau deshalb ist dieser Zeitpunkt optimal gewählt.
Der Kinderarzt kann die U10 durchführen, solange euer Kind noch sieben oder acht Jahre alt ist. Konkret bedeutet dies: Die Untersuchung sollte bis einen Tag vor dem neunten Geburtstag stattfinden. Nach diesem Stichtag gilt das Kind als zu alt für die U10, und die Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht mehr.
Warum gerade dieses Alter? Nach ein bis zwei Schuljahren zeigen sich Lernschwierigkeiten, Konzentrationsprobleme oder motorische Defizite deutlicher als vorher. Während der Kindergartenzeit fallen solche Entwicklungsstörungen oft noch nicht auf. Erst wenn Kinder regelmäßig lesen, schreiben und rechnen müssen, werden mögliche Schwächen sichtbar.
Die U10 dient als gesundheitlicher Check-up für einen gesunden Start ins Schulleben. Euer Kind hat bereits genug Zeit gehabt, sich an den Schulalltag zu gewöhnen. Gleichzeitig bleibt noch ausreichend Zeit, um bei erkannten Problemen rechtzeitig Fördermaßnahmen einzuleiten.
Im Vergleich zur vorherigen U9 liegt ein Abstand von etwa zwei bis drei Jahren. Die U9 findet mit ungefähr fünf Jahren statt, also noch vor der Einschulung. Die darauf folgende reguläre Vorsorge wäre erst die J1 für 12- bis 14-Jährige. Ohne die U10 würde eine erhebliche Lücke von sieben bis neun Jahren zwischen diesen beiden Untersuchungen bestehen.
Zeitfenster und Termine
Das Zeitfenster für die U10 Untersuchung erstreckt sich über zwei Jahre. Ihr habt also nicht nur einen festen Termin, sondern könnt innerhalb dieser Spanne flexibel planen. Trotzdem empfiehlt sich eine zeitnahe Terminvereinbarung, sobald euer Kind sieben Jahre alt wird.
Manche Kinderarztpraxen schicken automatisch Erinnerungen, wenn die U10 ansteht. Falls nicht, liegt die Initiative bei euch. Da diese Untersuchung nicht verpflichtend ist, erhaltet ihr keine behördlichen Aufforderungen wie bei den regulären U-Untersuchungen.
Plant den Termin am besten so, dass ihr genug Zeit für ein ausführliches Gespräch habt. Die U10 umfasst nicht nur körperliche Checks, sondern auch Entwicklungstests und eine Beratung zu schulischen Themen. Rechnet mit etwa 30 bis 45 Minuten in der Arztpraxis.
Berücksichtigt bei der Terminwahl auch den Schulrhythmus eures Kindes. Nach den ersten Schulmonaten haben ihr und euer Kind bereits Erfahrungen gesammelt, über die ihr mit dem Kinderarzt sprechen könnt. Andererseits solltet ihr nicht zu lange warten, damit bei erkannten Auffälligkeiten noch ausreichend Zeit für Fördermaßnahmen bleibt.
Falls euer Kind kurz vor dem neunten Geburtstag steht und die U10 noch nicht gemacht wurde, vereinbart schnellstmöglich einen Termin. Nach dem neunten Geburtstag ist das Zeitfenster geschlossen, und die Untersuchung kann nicht mehr als U10 abgerechnet werden.
Einige Krankenkassen bieten spezielle Erinnerungsservices oder Apps an, die euch automatisch benachrichtigen, wenn Vorsorgeuntersuchungen fällig werden. Informiert euch bei eurer Versicherung, ob solche Dienste verfügbar sind. So verpasst ihr garantiert keinen wichtigen Termin für euer Kind.
Denkt daran, dass ihr für die Terminvereinbarung eventuell die Versichertenkarte eures Kindes und das grüne Checkheft für die zusätzlichen Vorsorgeuntersuchungen benötigt. In diesem Heft werden die Ergebnisse der U10 dokumentiert, nicht im gelben Vorsorgeheft der regulären U-Untersuchungen.
Was wird bei der U10 Untersuchung gemacht
Körperliche Untersuchungen
Der Kinderarzt beginnt mit einer allgemeinen körperlichen Untersuchung. Dabei misst er Körpergröße und Gewicht eures Kindes. Aus diesen Werten berechnet er den Body-Mass-Index (BMI), um zu prüfen, ob das Gewicht im gesunden Bereich liegt.
Der Blutdruck wird ebenfalls gemessen. Diese Kontrolle zeigt, ob das Herz-Kreislauf-System altersgerecht funktioniert. Anschließend hört der Arzt mit dem Stethoskop Herz und Lunge ab und tastet den Bauch ab, um die Organfunktionen zu beurteilen. Diese Untersuchung kennt euer Kind bereits aus vorherigen Terminen.
Die Geschlechtsentwicklung wird nach den sogenannten Tanner-Stadien beurteilt. Der Kinderarzt prüft, ob die körperliche Entwicklung dem Alter entspricht. Falls euer Kind nicht regelmäßig zu zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen geht, sieht sich der Arzt auch die Zähne und deren Stellung im Kiefer an. Zahn-, Mund- und Kieferanomalien werden dabei dokumentiert.
Besonders wichtig ist die Überprüfung des Impfstatus. Der Kinderarzt schaut nach, ob alle empfohlenen Impfungen erfolgt sind, und berät euch zur Verbesserung des Impfschutzes.
Seh- und Hörtest
Hör- und Sehtests gehören zu den standardmäßigen Untersuchungen bei der U10. Der Sehtest prüft, ob euer Kind Buchstaben und Zahlen an der Tafel erkennen kann. Sehschwächen fallen im Schulalltag häufig erst auf, wenn Kinder Schwierigkeiten beim Lesen haben.
Beim Hörtest wird überprüft, ob euer Kind verschiedene Tonfrequenzen wahrnimmt. Hörprobleme können dazu führen, dass Kinder dem Unterricht nicht richtig folgen können. Werden solche Defizite rechtzeitig erkannt, lassen sich Brillen oder Hörgeräte anpassen.
Motorische Entwicklung prüfen
Die motorische Entwicklung steht ebenfalls im Fokus der Untersuchung. Der Arzt beurteilt Grob- und Feinmotorik eures Kindes. Dabei achtet er auf Bewegungsabläufe und Koordination.
Motorische Beschwerden zeigen sich oft im Sportunterricht. Kinder, die Probleme mit Gleichgewicht, Koordination oder Bewegungsabläufen haben, fallen beim Turnen oder bei Ballspielen auf. Der Kinderarzt fragt gezielt nach solchen Schwierigkeiten, um Störungen der motorischen Entwicklung frühzeitig zu erkennen.
Verhaltensbeobachtung und Tests
Der Kinderarzt befragt euch zum sozialen und emotionalen Umfeld eures Kindes. Dabei spricht er auch direkt mit eurem Kind über dessen Alltag und Befinden. Während der U10 wird thematisiert, ob sich euer Kind seelisch wohlfühlt.
Die Untersuchung umfasst verschiedene Tests, die Aufschluss über mögliche Schulleistungs-, Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen geben können. Der Arzt ist darauf angewiesen, dass ihr ihm alle Beschwerden und Auffälligkeiten mitteilt. Dazu gehören Probleme beim Schreiben, Lesen oder Rechnen sowie Konzentrationsstörungen.
Ihr erhaltet einen Fragebogen, in dem ihr das Verhalten eures Kindes beurteilen sollt. Mit einem speziellen Fragebogen kann der Kinderarzt bei Verdacht die Möglichkeit einer ADS-Erkrankung überprüfen. Körperliche Unruhe, Bewegungsdrang und impulsives Handeln werden dabei abgefragt.
Die Untersuchung prüft gezielt auf Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sowie Verhaltensauffälligkeiten. Gleichzeitig werden Entwicklungsstörungen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche und Schulleistungsstörungen erfasst. Der Kinderarzt beurteilt die Perzeption und Kognition sowie die soziale und emotionale Kompetenz eures Kindes.
Falls die Untersuchungen das Vorliegen oder den Verdacht auf eine Krankheit ergeben, sorgt der Arzt dafür, dass diese Fälle einer weitergehenden Diagnostik und gegebenenfalls Therapie zugeführt werden. Er prüft auch, ob individuelle Belastungen und gesundheitliche Risiken beim Kind vorliegen, und berät euch, wie ihr diese verringern könnt.
Entwicklungsstörungen frühzeitig erkennen
Schulische Lernschwächen zeigen sich meist erst nach dem Schuleintritt deutlich. Die U10 Untersuchung setzt genau hier an und hilft dabei, Lernschwächen oder Entwicklungsstörungen bei Schulkindern frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Drei Bereiche stehen dabei besonders im Fokus: Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche und Aufmerksamkeitsstörungen.
Lese-Rechtschreib-Schwäche (Legasthenie)
Häufiges Vertauschen oder Auslassen von Wörtern sind typische Merkmale der Legasthenie. Euer Kind liest sehr verlangsamt mit Stockungen. Der Kinderarzt kann sich anhand verschiedener Tests ein Bild davon machen, ob euer Kind unter LRS leidet.
Betroffene Kinder machen immer wieder auffällig viele Rechtschreibfehler und beherrschen die Rechtschreibregeln auch nach intensivem Üben nicht. Die U10 soll eine mögliche Rechtschreibschwäche aufdecken, sodass diese Thematik hier zur Sprache kommt.
Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben haben weder etwas mit geringer Intelligenz zu tun, noch sind sie eine Behinderung. Werden körperliche Defizite beim Hören oder Sehen sowie psychische Probleme ausgeschlossen, gibt ein diagnostischer Rechtschreibtest zuverlässig Auskunft. Da Lesen und Schreiben Hand in Hand erlernt werden, kann von Schwierigkeiten im Rechtschreiben auf Schwierigkeiten im Lesen geschlossen werden.
Werden Lese-Rechtschreib-Schwächen frühzeitig erkannt, sind die Chancen sehr groß, dass diese Störung erfolgreich therapiert wird. Bei der U10 werdet ihr unter anderem gefragt: Bereitet eurem Kind Schreiben oder Lesen Probleme? Sind Auffälligkeiten in der Sprache zu beobachten, etwa ein Stottern oder Poltern?
Rechenschwäche (Dyskalkulie)
Rund fünf Prozent aller Grundschulkinder gelten nach neuesten Studien als massiv rechenschwach. Sie sind trotz schulischer Fördermaßnahmen und zeitaufwendigem Üben nicht in der Lage, einfache mathematische Kenntnisse zu behalten. Bei der Rechenschwäche hat das Kind selbst bei einfachsten Rechenübungen Probleme. Trotz häufiger Übungen hat es Probleme mit dem allgemeinen Zahlenverständnis und tut sich mit der Konzentration schwer.
Rechenschwache Kinder haben keine oder nicht ausreichende Vorstellungen von Mengen und Anzahlen entwickelt. Sie bleiben lange beim Abzählen haften, während andere Kinder schon kleine Aufgaben automatisch lösen. Viele rechenschwache Kinder halten Zahlen für Nummern. Haben sie eine Rechenaufgabe mit zwei zweistelligen Zahlen, subtrahieren oder addieren sie zunächst die Zehner und dann die Einer.
Ein frühzeitiges Erkennen von elementaren Leistungsschwierigkeiten beim Rechnen und eine gezielte Förderung sind wesentlich. Sollte eine Teilleistungsschwäche nicht frühzeitig erkannt werden, könnten als Folge Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind auftreten. Oft sind sowohl das Kind als auch die Eltern nach einiger Zeit regelrecht verzweifelt.
Anhand eines Fragebogens erhält der Arzt wichtige Informationen von euch und kann damit gezielt auf mögliche Probleme eingehen. Die Erfolgsaussichten einer Therapie sind sehr gut. Eine möglichst frühe und genaue Diagnostik ist daher sehr wichtig.
ADHS und Aufmerksamkeitsstörungen
ADHS ist durch drei Kernsymptome gekennzeichnet: eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, der Impulskontrolle und der Aktivität. Hinweise auf ADHS sind impulsives Handeln, Konzentrationsstörungen sowie ein unruhiger und starker Bewegungsdrang. Der Arzt wird versuchen, sich im Gespräch mit euch und anhand eines Fragebogens einen Eindruck über das Vorliegen dieser Störung zu verschaffen.
Etwa 60 Prozent der betroffenen Kinder weist Begleiterscheinungen auf. Hierzu zählen Entwicklungsstörungen im motorischen und sprachlichen Bereich sowie schulische Leistungsdefizite und Hinweise auf Teilleistungsschwächen wie Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche. Bei Kombination mit anderen Störungen ist die Diagnose schwieriger zu stellen.
Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen fallen durch erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrationsmangel und Abbruch von Tätigkeiten auf. Besonders stark ausgeprägt sind die Anzeichen, wenn ihnen Aufgaben vorgegeben werden oder Regeln einzuhalten sind. Sie machen häufig Flüchtigkeitsfehler bei Hausaufgaben, sind nachlässig gegenüber Details und scheinen nicht zu hören, was gesagt wird.
Bei der U10 werdet ihr gefragt: Hat euer Kind Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren? Ist es körperlich sehr unruhig? Hat es einen erhöhten Bewegungsdrang? Handelt es oft sehr unüberlegt und impulsiv? Falls bei eurem Kind eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung festgestellt wird, werdet ihr über mögliche Förder- und Unterstützungsmaßnahmen wie Verhaltenstherapie oder pädagogisches Training beraten.
Schulleistung und Verhalten im Fokus
Schulische Herausforderungen besprechen
Schulische Leistungsschwächen, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen stehen bei der U10 im Vordergrund. Der Arzt spricht mit euch und eurem Kind darüber, ob es sich seelisch wohlfühlt. Je nach Bedarf bespricht er Schwierigkeiten in der Schule.
Schulleistungsprobleme führen häufig zu körperlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Übelkeit. Diese Symptome sind oft Anzeichen dafür, dass euer Kind unter Druck steht. Weitere Anzeichen können Nägelkauen und Zurückgezogenheit sein. Macht den Arzt beim Vorsorgetermin unbedingt darauf aufmerksam. Wenn die wahren Ursachen erkannt werden, lassen sich diese meist gut behandeln.
Werden Teilleistungsschwächen nicht frühzeitig erkannt, können als Folge Ängste und andere psychosomatische Auffälligkeiten beim Kind auftreten. Nicht diagnostizierte schwere Lern- oder Rechenstörungen verhindern oftmals eine gesunde kindliche Entwicklung auf allen Ebenen bis ins Erwachsenenalter hinein. Solche verpassten Lebenschancen machen Körper und Seele krank.
Der Kinderarzt befragt euch zum sozialen und emotionalen Umfeld eures Kindes. Dabei spricht er auch gezielt mit eurem Kind über dessen Alltag und Befinden. Anhand eines Fragebogens erhält der Arzt wichtige Informationen von euch und kann damit gezielt auf mögliche Probleme eingehen.
Sozialverhalten und Emotionen
Die Beurteilung der sozialen Fähigkeiten gehört zu den Schwerpunkten der U10. Der Arzt möchte das seelische Befinden eures Kindes erfahren. Euer Kind wird feinfühlig zu seinem Alltag befragt und ermutigt, Dinge anzusprechen, die ihm möglicherweise auf der Seele brennen.
Den Arzt interessiert unter anderem, ob das Kind in der Klassengemeinschaft gut integriert ist, ob es Freunde hat und ob es Gleichaltrigen gegenüber aufgeschlossen oder besonders schüchtern ist. Diese Aspekte des Sozialverhaltens geben wichtige Hinweise auf die emotionale Entwicklung eures Kindes.
Ergebnisse des vom Robert-Koch-Institut durchgeführten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys KIGGs zeigen: Fast jedes fünfte Kind zwischen sieben und 13 Jahren leidet unter emotionalen Problemen. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 sind es immer noch über 15 Prozent.
Schulprobleme äußern sich unterschiedlich. Am häufigsten sind Verhaltensauffälligkeiten und Lernstörungen. Von Konzentrationsstörungen über Lernblockaden in einzelnen Fächern bis hin zu Teilleistungsstörungen reicht die Bandbreite der Lernprobleme. Schulprobleme bedeuten emotionalen Dauerstress für alle Betroffenen.
Stressbewältigung im Schulalltag
Stress ist längst kein reines Erwachsenenproblem mehr. Immer mehr Kinder spüren tagtäglich immensen Druck. Viele äußere Einflüsse, vor allem in der Schule, haben Auswirkungen auf die körperliche und seelische Verfassung eines Kindes.
Eine Untersuchung des Entwicklungspsychologen Professor Dr. Arnold Lohaus kommt zu beunruhigenden Ergebnissen: Unter den von ihm befragten 2000 Schülerinnen und Schülern gaben 20 Prozent an, in der letzten Woche mehrmals Kopfschmerzen gehabt zu haben. Auch Unkonzentriertheit, Schlaflosigkeit und Unruhe sind unter Jugendlichen weit verbreitet. Mehr als 40 Prozent der Jugendlichen fühlten sich mehrmals in der Woche erschöpft, zehn Prozent klagten über Einsamkeit.
Schon früh wird in der Schule viel von den Kindern verlangt, sowohl während des Unterrichts als auch bei den Hausaufgaben. Dazu gibt es Eltern, die den Druck zusätzlich erhöhen und besonders gute Leistungen von ihrem Nachwuchs erwarten. Überhöhte Erwartungen sind für Kinder meist deutlich spürbar und machen unterschwellig Druck.
Während der U10 erhaltet ihr wichtige Tipps zu Sport und Bewegung, Mediennutzung, Gewaltprävention und Stressbewältigung. Der Arzt berät euch auch zu Themen wie gesunde Ernährung und wie ausreichend Bewegung in den Alltag integriert werden kann.
Kinder brauchen Zeit zum Spielen, zum Ausleben ihrer Fantasien und zum Entspannen, um den Anforderungen im Schulalltag gewachsen zu sein. Vielen Kindern helfen autogenes Training, Yoga oder andere Entspannungsübungen. Kinder lieben Traumreisen in das Land der Fantasie und entspannen sich dabei hervorragend.
Ein offener Dialog unter den Betroffenen kann zur Entspannung der Situation beitragen. Entscheidend ist der gute Kontakt zwischen Schule und Eltern. Notiert euch am besten vor der U10 schon Fragen, die ihr eurem Kinderarzt stellen möchtet. Er steht euch gerne mit Rat und Tat zur Seite.
Beratungsthemen während der U10
Gesunde Ernährung und Bewegung
Neben den medizinischen Untersuchungen nutzt der Kinderarzt die U10 für wichtige Beratungsgespräche zu Alltagsthemen. Die Fernseh-, Computer- und Ernährungsgewohnheiten eures Kindes werden dabei genauso besprochen wie Bewegung und Sport. Der Arzt berät euch zu Ernährung und Bewegung sowie dazu, wie ihr ausreichend Sport in den Alltag integrieren könnt.
Gesunde Ernährung bildet die Grundlage für eine altersgerechte Entwicklung. Der Kinderarzt spricht mit euch über ausgewogene Mahlzeiten, ausreichend Obst und Gemüse sowie den richtigen Umgang mit Süßigkeiten. Gleichzeitig thematisiert er den Bewegungsmangel, unter dem viele Schulkinder leiden.
Falls erforderlich, kann der Arzt geeignete Maßnahmen empfehlen. Regelmäßige körperliche Aktivität fördert nicht nur die motorische Entwicklung, sondern hilft auch beim Stressabbau und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Der Arzt bespricht mit euch auch den Umgang mit Suchtmitteln in der Familie, da euer Vorbild entscheidend für das spätere Verhalten der Kinder ist.
Mediennutzung und Bildschirmzeit
Die Mediennutzung stellt einen zentralen Beratungspunkt während der U10 dar. Für Kinder zwischen sechs und neun Jahren empfehlen Experten eine Bildschirmzeit von höchstens 30 bis 45 Minuten täglich in der Freizeit. Diese Empfehlung bezieht sich auf die gemeinsame Nutzung von Fernsehen, Video, Computer, Spielekonsolen, Tablets und Smartphones.
Andere Quellen nennen als Orientierungswert für diese Altersgruppe bis zu einer Stunde Bildschirmzeit am Tag. Die Nutzung digitaler Medien für die Schule wird bei den Bildschirmzeiten nicht angerechnet. Eure Kinder sollten möglichst nicht täglich und dann nicht länger als die angegebenen Zeiten Bildschirmmedien nutzen.
Damit andere Aktivitäten wie Bewegung, gemeinsame Familienzeiten und klassische Spiele nicht zu kurz kommen, sind klare Regeln notwendig. Bei den Mahlzeiten sollten Bildschirmmedien Pause haben, und möglichst eine Stunde vor dem Schlafengehen heißt es am besten: Abschalten. Wenn Kinder zu viel fernsehen oder im Internet surfen, bewegen sie sich weniger, können sich schlechter konzentrieren und laufen Gefahr, zu vereinsamen.
Der Kinderarzt berät euch dazu, wie ihr feste Zeiten vereinbart, die eure Kinder an Bildschirmen verbringen dürfen. Besonders wichtig ist der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Netzwerken und die Aufklärung über Risiken wie Cybermobbing. Ihr solltet auch euer eigenes Verhalten überprüfen, denn ihr seid Vorbild für eure Kinder.
Unfallprävention und Sicherheit
Gewaltprävention und Unfallverhütung gehören ebenfalls zu den Beratungsthemen. Die Zahl der Kinder unter 15 Jahren, die jährlich nach Unfallverletzung ärztlich versorgt werden müssen, wird auf mindestens 1,88 Millionen geschätzt. 194.042 Kinder unter 17 Jahren wurden 2019 wegen einer Verletzung im Krankenhaus behandelt.
Jungen sind mit 18,6 Prozent häufiger von Unfällen betroffen als Mädchen mit 14,3 Prozent. Kinderunfälle sind außerdem die häufigste Todesursache für Kinder ab einem Jahr in Deutschland und Europa. Das Statistische Bundesamt zählte 2019 153 Kinder, die nach einem Unfall verstarben.
Grundschulkinder verunglücken in erster Linie im häuslichen Bereich sowie in der Freizeit, Schule oder im Kindergarten. Mit zunehmendem Lebensalter und wachsender Mobilität gewinnen weitere Unfallorte an Bedeutung, wie Spiel- und Sportplätze, öffentliche Verkehrswege oder beim Aufenthalt im Freien. Experten gehen davon aus, dass viele dieser Unfälle durch richtiges Verhalten und Prävention weitgehend vermeidbar wären.
Der Kinderarzt informiert euch über typische Unfallrisiken und gibt praktische Tipps zur Vermeidung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Mehr Sicherheit für Kinder bietet umfassende Informationen zur Unfallprävention.
U10 Untersuchung Kosten und Kostenübernahme
Welche Krankenkassen zahlen die U10
Die Kosten für diese zusätzliche Vorsorgeuntersuchung werden von einzelnen Krankenkassen als freiwillige Leistung übernommen. Nicht alle gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen die U10, da sie nicht zum Pflichtleistungskatalog gehört. Viele Krankenkassen haben jedoch erkannt, wie wichtig diese Lücke im Vorsorgeprogramm ist und bieten die Kostenübernahme an.
Die Techniker Krankenkasse übernimmt die Kosten vollständig! Ebenso zahlt die DAK-Gesundheit diese Vorsorgeuntersuchung als freiwillige Mehrleistung. Bei der DAK müsst ihr beim Kinder- und Jugendarzt nur die Versichertenkarte vorlegen und eine Teilnahmeerklärung für dieses besondere Angebot unterzeichnen.
Die KKH bezahlt die U10, wenn die kinder- und jugendärztliche Praxis an ihrem Vertrag mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) teilnimmt. Auch die IKK Südwest bietet die U10 als freiwillige Zusatzleistung an, die für euch in der Regel kostenlos ist! Dazu wurde ein Vertrag mit dem BVKJ abgeschlossen.
Zahlreiche weitere Krankenkassen übernehmen die Kosten: die AOK Bremen/Bremerhaven, AOK Hessen, AOK NordWest, AOK PLUS, AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, BIG direkt gesund, Mobil Krankenkasse im Rahmen des Programms STARKE KIDS by BKK, IKK classic, SBK, WMF BKK im Programm familyplus by BKK sowie die Continentale BKK mit dem Programm Starke Kids. Die hkk übernimmt die Kosten ebenfalls, sofern der untersuchende Arzt am speziellen Vertrag der hkk mit dem BVKJ teilnimmt.
Eigenleistung und Erstattung
Falls eure Krankenkasse die U10 nicht übernimmt, müsst ihr die Kosten selbst tragen. Für diese Untersuchung solltet ihr mit etwa 50 Euro rechnen. Fragt am besten vorab bei eurer Krankenkasse nach, ob sie die Kosten übernimmt.
Die KKH übernimmt seit dem 01.01.2025 bis zu 55 Euro für die U10. Bei dieser Kasse funktioniert die Kostenerstattung folgendermaßen: Ihr zahlt die Rechnung zunächst selbst und reicht sie anschließend bei der Kasse ein. Bestätigt der Kasse zudem formlos, gern direkt auf der Rechnung, dass die Untersuchung zur Abklärung von Risikofaktoren erforderlich war.
Bei vielen anderen Krankenkassen läuft die Abrechnung einfacher. Die TK hat Verträge mit allen Kinder- und Jugendarztpraxen abgeschlossen, sodass die Untersuchung direkt über die Versichertenkarte abgerechnet werden kann. Ebenso können Versicherte der AOK NordWest die Abrechnung serviceorientiert über die elektronische Gesundheitskarte vornehmen lassen.
Ist die U10 Untersuchung Pflicht
Die U10 ist eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie gehört nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland. Im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung sind nur die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9 als Pflichtleistung festgehalten.
Ihr entscheidet selbst, ob ihr diese zusätzliche Untersuchung in Anspruch nehmen möchtet. Es gibt keine behördlichen Aufforderungen wie bei den regulären U-Untersuchungen. Dennoch lohnt sich die U10, denn sie ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Entwicklungsstörungen und Lernschwächen genau zu dem Zeitpunkt, wenn diese im Schulalltag sichtbar werden.
Nach der U10: Weitere Schritte
Fördermöglichkeiten bei Auffälligkeiten
Falls bei der U10 eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Rechenschwäche festgestellt wird, erhaltet ihr als Eltern Informationen über mögliche Fördermaßnahmen. Der Schwerpunkt der Beratung liegt auf konkreten Unterstützungsangeboten wie Legasthenie-Training oder Verhaltenstherapie. Diese gezielten Fördermaßnahmen können die Entwicklung eures Kindes nachhaltig unterstützen.
Pädagogisches Training gehört ebenfalls zu den empfohlenen Maßnahmen. Je früher solche Programme beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten! Der Kinderarzt bespricht mit euch individuell, welche Fördermöglichkeiten für euer Kind am besten geeignet sind.
Überweisung zu Fachärzten
Besteht der Verdacht auf eine Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung, überweist der Kinderarzt euch an eine spezialisierte Fachpraxis. Dort wird eine umfassende Diagnostik durchgeführt. Diese genauere Untersuchung ist notwendig, da ADHS eine komplexe Störung ist, die eine Fachdiagnostik erfordert.
Sollte der Kinderarzt den Verdacht haben, dass eine Lernschwäche, Entwicklungs- oder Verhaltensstörung vorliegt, wird er euch ebenfalls an Spezialisten überweisen. Fachärzte können gezielte Therapien einleiten und den Behandlungsverlauf professionell begleiten. Diese weitergehende Diagnostik und gegebenenfalls Therapie stellt sicher, dass euer Kind die bestmögliche Unterstützung erhält.
Die nächste Vorsorge: U11
Die nächste Vorsorgeuntersuchung nach der U10 ist die U11. Sie findet im Alter von neun bis zehn Jahren statt. Diese Untersuchung gehört ebenfalls zum erweiterten Vorsorgeprogramm und schließt die Lücke zwischen U10 und J1[371].
Die U11 wird nicht von allen Krankenkassen erstattet. Sie ist genau wie die U10 nicht gesetzlich vorgeschrieben. Dennoch bieten viele Krankenkassen diese zusätzliche Leistung an, da sie wichtige Entwicklungsaspekte abdeckt.
Häufig treten in diesem Alter Schulschwierigkeiten auf. Deshalb dient die U11 dem Erkennen von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Die Untersuchung prüft auf Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Verhaltensauffälligkeiten sowie Entwicklungsstörungen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche. Darüber hinaus werden Schulleistungsstörungen, motorische Entwicklung, Genitalentwicklung, Sehvermögen, Körpergewicht, Größe und Body-Mass-Index untersucht.
Der Arzt spricht während der U11 mit euch und eurem Kind darüber, ob es sich seelisch wohlfühlt. Falls erforderlich, werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Ziel ist es, den Stand der körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung zu erkennen und bei Bedarf durch gezielte und nachhaltige Maßnahmen eine gesellschaftliche Chancengleichheit zu fördern.
Fazit
Die U10 bietet euch eine wertvolle Chance, Lernschwächen und Entwicklungsstörungen frühzeitig zu erkennen! Genau zwischen dem siebten und achten Geburtstag zeigen sich schulische Probleme am deutlichsten. Nutzt dieses wichtige Zeitfenster für euer Schulkind!
Fragt zeitnah bei eurer Krankenkasse nach, ob sie die Kosten übernimmt. Falls nicht, lohnen sich die etwa 50 Euro dennoch. Je früher ihr Schwierigkeiten entdeckt, desto besser sind die Erfolgsaussichten für gezielte Förderung. Euer Kind wird es euch später danken!
FAQs
Q1. In welchem Alter sollte mein Kind zur U10 Untersuchung gehen? Die U10 Untersuchung findet zwischen dem siebten und achten Lebensjahr statt. Das bedeutet, die Untersuchung kann durchgeführt werden, solange Ihr Kind noch sieben oder acht Jahre alt ist – konkret bis einen Tag vor dem neunten Geburtstag. Zu diesem Zeitpunkt hat Ihr Kind bereits erste Schulerfahrungen gesammelt, sodass mögliche Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsstörungen erkennbar werden.
Q2. Was genau wird bei der U10 Untersuchung überprüft? Bei der U10 führt der Kinderarzt eine umfassende körperliche Untersuchung durch, misst Größe, Gewicht und Blutdruck und überprüft den Impfstatus. Zusätzlich werden Seh- und Hörtests durchgeführt sowie die motorische Entwicklung beurteilt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen von Entwicklungsstörungen wie Lese-Rechtschreib-Schwäche, Rechenschwäche oder ADHS, die sich häufig erst nach dem Schuleintritt zeigen.
Q3. Übernimmt meine Krankenkasse die Kosten für die U10? Die U10 ist keine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung, wird aber von vielen Krankenkassen als freiwillige Zusatzleistung übernommen. Dazu gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit, AOK-Kassen, KKH und IKK. Am besten fragen Sie vorab bei Ihrer Krankenkasse nach. Falls keine Kostenübernahme erfolgt, müssen Sie mit etwa 50 Euro Eigenleistung rechnen.
Q4. Ist die U10 Untersuchung verpflichtend? Nein, die U10 ist eine freiwillige Vorsorgeuntersuchung und nicht gesetzlich vorgeschrieben. Sie gehört nicht zum Pflichtleistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Als Eltern entscheiden Sie selbst, ob Sie diese zusätzliche Untersuchung für Ihr Kind in Anspruch nehmen möchten. Dennoch ist sie sehr empfehlenswert, da sie wichtige Entwicklungsaspekte in der Grundschulzeit abdeckt.
Q5. Was passiert, wenn bei der U10 Auffälligkeiten festgestellt werden? Werden bei der U10 Entwicklungsstörungen oder Lernschwächen erkannt, informiert Sie der Kinderarzt über gezielte Fördermöglichkeiten wie Legasthenie-Training, Verhaltenstherapie oder pädagogisches Training. Bei Verdacht auf ADHS oder andere komplexere Störungen erfolgt eine Überweisung an spezialisierte Fachärzte für eine umfassendere Diagnostik und gegebenenfalls Therapie. Je früher solche Maßnahmen beginnen, desto besser sind die Erfolgsaussichten.


