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Folsäure in der Schwangerschaft

Fohlsäure in der Schwangerschaft

Fohlsäure in der Schwangerschaft

Es gibt in der Schwangerschaft nichts Wichtigeres, als die optimale Versorgung mit Nährstoffen. Nur dann kann das Kind gesund im Mutterleib heranwachsen. Von besonderer Bedeutung ist die Folsäure. Es ist entscheidend an dem Prozess der Zellteilung beteiligt. Ein Mangel an Folsäure kann im schlimmsten Fall zu Fehlbildungen am Neuralrohr kommen. Hier erfahrt Ihr mehr über Folsäure!

  1. Was ist Folsäure?
  2. Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?
  3. Welche Menge Folsäure braucht mein Körper in der Schwangerschaft?
  4. Was passiert bei einem Mangel?
  5. Was muss ich noch über Folsäure wissen?

 

1. Was ist Folsäure?

Statt des Namens Folsäure könnten Euch auch folgende Bezeichnungen begegnen: Folat, Vitamin B 11, B 9 oder Vitamin M. Gemeint ist aber immer das Gleiche. Folsäure ist ein Stoff, den der menschliche Körper nicht selber herstellen kann. Er ist eine Vorstufe für ein Coenzym, welches der Körper für seinen Stoffwechsel benötigt. Außerdem ist Folsäure einfach erklärt als Lieferant für wichtige Bausteine zur DNS-Replikation beteiligt. Das heißt, an allen drei Prozessen der Zellbildung. An der Zellreifung, der Zelldifferenzierung und auch der Zellteilung. Mithilfe eines Enzyms in der Leber kann der Körper aus der aufgenommenen Folsäure einen brauchbaren Stoff machen. Damit aber die in der Nahrung enthaltene Folsäure überhaupt im Zellinneren ankommt, bedarf es sogenannter Katalysatoren. Für Euch ist aber nur wichtig zu wissen, dass in den meisten Präparaten zur Nahrungsergänzung solche Derivate bereits enthalten sind.

Info: Der Körper kann Folsäure nur begrenzt Speichern. Der Speicher umfasst circa 12 bis 15 mg und reicht zwischen drei und vier Monate lang. 

 

2. Welche Lebensmittel enthalten Folsäure?

Diese Frage ist schwierig abschließend zu beantworten. Grundsätzlich ist Folsäure in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten. Aber auch in Fleisch und Fisch sowie in Nüssen kommt sie vor. Ein besonders hohes Vorkommen wird Eigelb, Hefe und Hülsenfrüchten bescheinigt. Grünes Gemüse, Vollkorngetreide und Zitrusfrüchte stehen auch weit oben auf der Liste. Dennoch ist bei der Nahrung zu bedenken, dass der Stoff der V-Vitamingruppe sehr anfällig ist. Es ist empfindlich gegenüber Hitze, Licht, Sauerstoff und Wasser. Darum reduziert sich der Folsäuregehalt eines Lebensmittels, wenn es zu lange gelagert wird. Auch, wenn es zu sehr erhitzt wird oder stark gewässert wird. Wird ein Produkt Licht ausgesetzt, gilt das gleiche. Am besten Ihr dünstet Eurer Gemüse sanft, kauft immer frisch ein und achtet auf eine produktgerechte Lagerung. Ihr wisst sicher bereits, dass Ihr in der Schwangerschaft bei allen Bemühungen um eine gesunde, ausgewogene Ernährung trotzdem ein Nahrungsergänzungspräparat einnehmen müsst. Warum, erfahrt Ihr im nächsten Absatz. Eine frische Ernährung aus wenigen Fertigprodukten solltet Ihr aber auf jeden Fall beibehalten.

3. Welche Menge Folsäure braucht mein Körper in der Schwangerschaft?

Ein erwachsener Mensch sollte täglich ungefähr 300 Mikrogramm Folat zu sich nehmen. Das schaffen bereits die wenigsten. In der Schwangerschaft dreht sich quasi alles um Zellteilung. Das heißt, der Bedarf an Vitamin B 11 steigt enorm an. Besonders in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten liegt der Bedarf an Folsäure bei enormen 450- 550 Mikrogramm. Es wird empfohlen, sich bereits vor der Befruchtung bei geplantem Kinderwunsch mit dem Frauenarzt über ein Folsäurepräparat auseinanderzusetzen. Desto eher der Körper über ausreichend Folat verfügt, desto geringer ist das Risiko für mangelbedingte Fehlbildungen des ungeborenen Kindes.

4. Was passiert bei einem Mangel?

Hat ein Erwachsener einen Mangel an Folat, so kann dies zu Zellteilungsstörungen führen. Dieses Symptom ist Resultat einer megaloblastären Anämie. Für Euch als werdende Mütter ist es wichtig zu wissen, dass es aufgrund einer Mangelversorgung mit Folat zu Fehlbildungen kommen kann. Die häufigsten Defekte sind entlang des Neuralrohres festzustellen. Zwei Probleme dominieren die Befunde:

a) ein offener Rücken

und

b) eine nicht geschlossene Schädeldecke und/oder mangelnde Ausbildung des Gehirns und/oder der Hirnhäute
Den offenen Rücken nennt man Spina bifida. Aufgrund nicht korrekter Zellteilung ist der Rücken des Kindes nicht geschlossen. In einigen Fällen wird die Schwangerschaft sogar abgebrochen. Diese Fehlentwicklung lässt sich zum Teil gut via Ultraschall diagnostizieren.
Der Fachausdruck für die zweite Fehlbildung lautet Anenzephalie. Das Kind kommt dann zum Beispiel mit einem offenen oder fehl entwickelten Schädel auf die Welt.
Die Wissenschaft forscht noch immer an Langzeitfolgen und weiteren Einflüssen des Folsäuremangels während der Schwangerschaft auf das Kind. Es ist mittlerweile in einigen Studien zutage getreten, dass ein Mangel das Risiko einer Frühgeburt erhöht. Außerdem sollen die Kinder später häufiger Sprachentwicklungsstörungen oder Herzfehler aufweisen. Sogar die Wahrscheinlichkeit für Autismus steigt an.
Übrigens: Eine Überversorgung mit dem Vitamin M kann unter Umständen einen Mangel an Vitamin B 12 verschleiern. 

 

5. Was muss ich noch über Folsäure wissen?

In Deutschland und in den anderen Eu-Ländern ist es im Gegensatz zu den USA und Kanada nicht gesetzlich Pflicht, Weizenmehl Folat beizumengen. Der Bürger bleibt hier mündig und selber für eine ausgewogene Ernährung verantwortlich. Solltet Ihr während der Schwangerschaft also in einem anderen Land sein, erkundigt Euch und besprecht das mit Eurem Arzt

Besonders interessant! Bei einem Sonnenbad sorgt die Lichteinstrahlung durch die Haut dafür, dass sich der Folsäuregehalt in Eurem Körper reduziert. Für werdende Mütter kann es von Bedeutung sein, dass einige empfängnisverhütende Präparate den Folatspiegel ebenfalls senken. Da Ihr während der Schwangerschaft keinen Alkohol trinkt, sei nur am Rande erwähnt, dass auch dieser reduzierend wirkt.
Folat ist wichtig für das neue Leben!
Es ist kaum möglich, Vitamin B 11 in ausreichender Menge als Schwangere zu sich zu nehmen, wenn dass kaum ein Mensch sonst schafft. Euer ungeborenes Kind ist zwingend auf eine ausreichende Versorgung damit angewiesen. Riskiert auf keinen Fall eine Fehlbildung, die Ihr verhindern könnt. Auch während der Stillzeit ist noch ein erhöhter Bedarf an Folat vorhanden. Sprecht mit Eurem Arzt und wählt ein Präparat aus. Es gibt nichts Wundervolleres, als ein gesundes Kind auf die Welt zu bringen!

 

Bildquelle: #127608028 | Urheber: Double Brain



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